13. Mai 2009

 

Bayerischer Dachshundklub gegr. 1893 e. V.

Schirmherr: SKH Herzog Franz von Bayern

 

Wissenswertes aus der Kynologie

 

 

 Schutzimpfungen für unsere Dackel

 

Unsere Dackel sind unsere treuen Lebensgefährten, deshalb achten wir darauf das sie gesund bleiben und vor Erkrankungen geschützt werden. Dies geschieht in der Regel vordergründig mit der jährlichen Schutzimpfung, damit die schlimmsten Viruserkrankungen vermieden werden.

 

Diese Fürsorge sind wir unseren vierbeinigen Begleitern schuldig, und wir werden uns in der Regel lange an ihnen erfreuen können.

 

Lebensgefährlichen Infektionskrankheiten kann man am sichersten durch die Schutzimpfung vorbeugen.

 

Es gibt keine Arzneimittel, mit denen eine Virusinfektionserkrankung völlig geheilt werden kann. Der Tierarzt ist im Krankheitsfall bemüht, den Krankheitsverlauf zu mildern und das Schlimmste zu verhindern. Deshalb ist die Schutzimpfung die sicherste Möglichkeit Virusinfektionserkrankungen zu vermeiden.

 

Durch die Impfung wird der Hund immun. Er baut einen spezifischen Schutz gegen die Krankheitserreger auf gegen die er geimpft wurde. Jede Krankheit erfordert eine spezielle Impfung. Damit der Hund nicht gegen jede einzelne Krankheit einzeln geimpft werden muss, hat die moderne Impfstoff-Forschung so genannte Kombinationsimpfstoffe entwickelt, die besonders für die jährliche Wiederholungsimpfung viele Vorteile aufweisen und deshalb heute bevorzugt eingesetzt werden.

 

Gegen folgende Virusinfektionserkrankungen sind Schutzimpfungen möglich:

 

Staupe - Hepatitis - Parvovirose - Leptospirose - Virushusten - Tollwut.

 

Hinter dem Handelsnamen der meisten Impfstoffe stehen Buchstaben als Abkürzung für die verschiedenen Krankheiten, gegen die der Impfschutz ausgebildet werden soll.

 

Es bedeuten:

S = Staupe

H = Hepatitis

P = Parvovirose

L = Leptospirose

PARA INFLUENZA II = Erreger des Zwingerhustens

T = Tollwut

 

Im Vorfeld ist unbedingt zu beachten:

 

Unsere Dackel sind zum Zeitpunkt der Impfmaßnahme gesund und entwurmt. Deshalb planen wir die Schutzimpfung rechtzeitig vor dem Ablauftermin und achten stets darauf, dass unser Dackel regelmäßig die jährlichen Wiederholungsimpfungen bekommt. Nur dann ist ein dauerhafter Infektionsschutz gewährleistet.
 

Außerdem achten wir darauf, dass jede Impfung unseres Dackels von unserem Tierarzt in einem international anerkannten Impfpass dokumentiert wird.

 



Der Tierarzt / Die Tierärztin


 ....rät:

 

Optimaler Schutz vor Parvovirose und Staupe wird erzielt, wenn der Welpe möglichst früh, etwa ab der 5. Lebenswoche, mit speziellen Welpenimpfstoffen geimpft wird und diese Grundimmunisierung dann zusammen mit den anderen Impfungen abschließt.
 

Beginnend mit der 9. Lebenswoche sollten Welpen gegen alle Infektionskrankheiten grundimmunisiert werden.


Durch die Mehrfach-Impfung genügt einmal im Jahr eine Injektion, um den Impfschutz gegen alle gefährlichen Infektionskrankheiten aufrechtzuerhalten, damit unsere Dackel auch in kritischen Situationen zuverlässig geschützt sind.

 

 ....informiert und erläutert:

 

Staupe

Das Staupevirus (verwandt mit dem menschlichen Masernvirus) kommt in allen Ländern mit Hundehaltung vor und ist somit auch bei uns verbreitet. Durch konsequente Impfung ist die Zahl der erkrankten Tiere stark zurückgegangen. Die Ansteckung erfolgt meist durch Kontakt von Hund zu Hund (Sekrete und Exkrete von erkrankten Tieren), kann aber auch indirekt durch Einschleppen mit Schuhen, Kleidung, Fressgeschirr oder über die Hände erfolgen. Außerdem können Marder und Frettchen die Krankheit übertragen.

Erste Krankheitszeichen treten etwa nach einer Woche auf. Die Symptome hängen von Individuum, Alter und Immunkompetenz des Dackels und den betroffenen Organen ab. Erste Anzeichen sind in der Regel Fieber, Augen- und Nasenausfluss, Mattigkeit und Appetitmangel. Im weiteren Verlauf äußert sich die Staupe je nach Organbefall. Bei der "Darmstaupe" leiden die Hunde an beinahe unstillbarem Durchfall (wässrig bis blutig) und Erbrechen. Die "Lungenstaupe" äußert sich in quälendem Husten, evtl. mit hochgradiger Atemnot, eitrigem Nasenausfluss und einer manifesten Lungenentzündung. Eine besonders gefürchtete Komplikation ist die sogenannte "nervöse Form" der Staupe. Das Virus verursacht hierbei Schädigungen am Gehirn, die zu psychischen Veränderungen, Zittern, Drehbewegungen, Gleichgewichtsstörungen, Lähmungen und Krampfanfällen, vergleichbar dem Erscheinungsbild der Epilepsie, führen. Ferner können die Haut (hochgradige Hautrötung mit Pustelbildung, v. a. am Unterbauch, an Schenkel- und Ohrinnenflächen), Pfoten und Nasenspiegel (Hyperkeratose, starke Hornbildung, an den Ballen und auf dem Nasenspiegel) und die Augen (Lichtscheue, Augenentzündungen, Hornhautgeschwüre, Erblindung) betroffen sein.

Die Prognose muss äußerst vorsichtig gestellt werden. Sie ist von der Form und der Schwere der Erkrankung abhängig. Todesfälle sind häufig und Tiere, die die Krankheit überleben, behalten oft lebenslange Schäden wie Zahnschmelzdefekte (Staupegebiss), spröde, rissige Pfoten und unter Umständen Verhaltensstörungen zurück.

 

Hepatitis

Auch bei unseren Dackeln gibt es eine ansteckende Virushepatitis. Gefährdet sind allerdings nur Hunde; auf den Menschen ist diese Infektionskrankheit nicht übertragbar. Kranke, aber auch gesund erscheinende Hunde sind die Hauptüberträger der Erkrankung. Ein direkter Kontakt zwischen Hunden ist jedoch nicht immer erforderlich, weil das Virus lange ansteckend bleibt und so auch indirekt übertragen werden kann. Hunde, welche die Erkrankung überstanden haben, können noch monatelang Hepatitisviren ausscheiden und verbreiten.

Die Krankheit beginnt, wie alle Virusinfektionen, mit Fieber, allgemeiner Mattigkeit, Appetitlosigkeit. Im weiteren Verlauf kommt es zu Augen- und Nasenausfluss. Aus diesem Grund wurde die Krankheit früher oft mit Staupe verwechselt. Außerdem sind Erbrechen, manchmal auch Durchfall und Schmerzen in der Lebergegend typische Merkmale dieser Erkrankung. Die Leberschädigung verursacht unter anderem Störungen in der Blutgerinnung. Daneben kann es bei dieser Erkrankung auch zu einer vorübergehenden Hornhauttrübung am Auge und zu chronischen Nierenschäden kommen. Schwersterkrankte Hunde sterben unter Krämpfen teilweise sogar über Nacht, ohne vorher lange krank gewesen zu sein. Hunde, die überleben, zeigen verringerte Gewichtszunahme, und oftmals bleibt eine chronische Hepatitis zurück.

 

Parvovirose

Parvovirose oder Katzenseuche ist eine Hundekrankheit, die ohne sofortige intensive Behandlung unweigerlich zum Tod führt. Gerade Welpen und jüngere Hunde sind für dieses Virus besonders empfänglich. Die mit der Muttermilch aufgenommenen Antikörper bieten nach 6 Wochen keinen ausreichenden Schutz mehr. Die Welpen infizieren sich durch direkten Kontakt mit infiziertem Kot. Aber auch der Mensch kann mit seinen Schuhen die Erreger ins Haus tragen. Durch die schnelle Vermehrung der Viren im Körper des Tieres und durch ihre hohe Widerstandsfähigkeit gegen Desinfektionsmittel ist die Krankheit besonders ansteckend. Es beginnt mit Appetitlosigkeit und leichtem Fieber. Danach folgen schwerer Durchfall, der auch blutig sein kann, und Erbrechen. Bei nur 4 bis 10 Wochen alten Welpen kann es zu einer bisweilen tödlich verlaufenden Herzmuskelerkrankung kommen.

 

Leptospirose

Eine weitere gefährliche Erkrankung ist die Leptospirose. Sie ist auch unter dem Namen Stuttgarter Hundeseuche oder Weillsche Krankheit bekannt. Die Erreger dieser Erkrankung gehören zu den Bakterien. Verschiedene Leptospirenarten sind nicht nur für den Hund, sondern auch für den Menschen gefährlich. Hunde, Ratten, Mäuse und andere Tiere gelten als Ansteckungsquellen. Auch verschmutzte Teiche, Tümpel, Gräben oder Sümpfe beherbergen das Bakterium.

Die Krankheit beginnt oft mit abnormer Müdigkeit und schwankendem Gang, der besonders das Springen und Treppensteigen erschwert. Im weiteren Verlauf der Erkrankung kommt es dann zu Fieber, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall und zu Schädigung der Leber und der Nieren.

 

Virushusten

Es können Hunde aller Altergruppen erkranken. Die Erkrankung tritt dann auf, wenn viele Hunde auf engen Raum leben (Zwinger, Ausstellungen, daher der Name). Einzeln gehaltene Hunde können erkranken, wenn sie in eine Hundepension abgegeben werden oder ein Klinikaufenthalt erforderlich wird.

Ursache der Erkrankung ist das Zusammenwirken von verschiedenen Viren und Bakterien, oft verbunden mit Stress oder Belastungen.

Etwa eine Woche nach der Ansteckung entwickeln die Hunde einen rauen, trockenen Husten, der vor allem nach körperlicher Aktivität sehr heftig sein kann. Die Hustenanfälle können mit verschiedenartigen Atembeschwerden (Lungenentzündung) verbunden sein. Durch eine gezielte Behandlung können die Symptome gelindert werden und einem schwerwiegenden Verlauf in der Regel Einhalt gebieten.

 

Tollwut

Die Tollwut nach wie vor eine der gefährlichsten Virusinfektionen für Mensch und Tier ist. Empfänglich für die Krankheit sind alle warmblütigen Tiere. Die Hauptinfektionsquelle sind wild lebende Fleischfresser, in erster Linie Füchse. In letzter Zeit wurde das Virus aber auch verschiedentlich bei Fledermäusen nachgewiesen. Tollwutviren werden von infizierten Tieren mit dem Speichel ausgeschieden. Bissverletzungen durch tollwutinfizierte Tiere sind deshalb besonders gefährlich, weil das Virus über Wunden in den Körper gelangt. Deshalb sollten Sie auch unbedingt vermeiden „besonders zutrauliche Wildtiere“ oder zum Beispiel einen überfahrenen Fuchs mit der bloßen Hand zu berühren.

In typischen Fällen verläuft die Tollwut in drei Phasen. Das erste Anzeichen ist oft eine Verhaltensänderung (scheue Tiere werden z. B. zutraulich). Im weiteren Verlauf kann es zu Erregungszuständen und schließlich kurz vor dem Tod zu Lähmungen kommen. Da die Krankheitserscheinungen bei Tollwut sehr vielfältig sein können, muss dringend empfohlen werden, falls Sie selbst oder Ihr Hund Kontakt mit einem tollwutkranken oder verdächtigen Tier hatte, unverzüglich einen Arzt oder Tierarzt aufzusuchen. Geimpfte Hunde sind in diesem Fall rechtlich besser gestellt als ungeimpfte, für die eine sofortige Tötung angeordnet werden kann.

 

 

Kynologie (griechisch) = Lehre von den Rassen, der Zucht und Ausbildung sowie von den Krankheiten der Hunde.