30. Dezember 2010

 

Bayerischer Dachshundklub gegr. 1893 e. V.

Schirmherr: SKH Herzog Franz von Bayern

 

Der Landeszuchtwart informiert:

 

 

Farbbezeichnungen bei unseren Dachshunden

 

Bei den drei Haararten unserer Teckel ist die Farbbezeichnung und Farbverbreitung am Hund sicher nicht so streng geregelt wie in etlichen anderen Rassehundezuchtvereinen. Trotzdem müssen wir uns an den FCI-Standard 148 D halten, um ein Ausufern der Farben bzw. Farbkombinationen zu vermeiden. In unseren Zuchtbüchern waren vor 2 Jahren noch 32 Farben aufgeführt, die zum Teil sehr phantasievoll klangen, aber eben nicht mit dem Standard vereinbar waren.

Die Zuchtkommission und der Geschäftsführende Vorstand des DTK haben nach gründlichen Beratungen die folgenden Farben festgelegt, die in Übereinstimmung mit dem FCI-Standard stehen.

- Rot
- Saufarben
- Braun mit Abzeichen
- Schwarz-rot
- Dürrlaubfarben
- Rottiger
- Schwarztiger
- Brauntiger
- Saufarbentiger

Bei den Saufarbenen unterscheiden wir in: Hellsaufarben, Saufarben, Dunkelsaufarben.

In die Gruppe der „Braunen mit Abzeichen“ gehören die „Braun-saufarbenen“, die es im Standard nicht gibt. Bei den 3 Haararten wird in ein- und zweifarbige Teckel unterschieden.


Langhaar

Einfarbige: Rot (Rot-gelb; Gelb) - Hierher gehört auch: „Rot mit schwarzem Deckhaar“
Zweifarbige: Schwarz-rot Braun mit Abzeichen


Kurzhaar

Bei den Kurzhaarteckeln gilt das Gleiche wie bei den Langhaarteckeln. Bei den KH werden auch die als „Rot“ bezeichnet, die schwarze Stichelhaare aufweisen.

Rauhhaar
Einfarbige: Rot (Rot-gelb; Gelb) - In diese Gruppe gehören auch die „Dürrlaubfarbenen“
Zweifarbige: Saufarben, Schwarz-rot Braun mit Abzeichen

Die Gefleckten werden im Standard in 2 Gruppen unterteilt.
1. Getigerte: Die Grundfarbe ist Schwarz, Rot, Braun, Grau mit grauen oder beigen Flecken.
2. Gestromte: Die Grundfarbe ist immer Rot oder Gelb mit dunkler Stromung. „Schwarz-gestromte Teckel“ gibt es im Standard nicht!

Ihr Landeszuchtwart des BDK
Dr. Karsten Schoeler

 

 

Glasknochenkrankheit (osteogenesis imperfecta)

bei unseren Dachshunden

 

Am 13.08.10 ließ der Präsident des Deutschen Teckelklubs (DTK) ein Rundschreiben an die Mitglieder des Erweiterten Vorstands des DTK verteilen, das sich in fünf Anhängen mit der Glasknochenkrankheit (osteogenesis imperfecta), kurz OI genannt, beschäftigt. Dies ist umso erstaunlicher, da zwei der Anhänge bereits als Artikel für das Mitteilungsblatt des DTK DER DACHSHUND - Ausgabe September 2010 vorgesehen sind.

Wenn knapp 3 Wochen vor Erscheinen der Klubzeitschrift ein derartiger Rundbrief verteilt wird, erscheint dies mehr als ungewöhnlich, und es macht sich vielleicht mancher Züchter und manche Züchterin Gedanken darüber, ob eine plötzliche Bedrohung unserer Dachshundrasse besteht oder ob eine neue Erkrankung mit Gefährdung der Gesundheit unserer Dackel bevorsteht und ob sofortige Maßnahmen ergriffen werden müssen, um dieses Fiasko von unseren Hunden abzuwenden.

 

Ich kann die Züchter und Züchterinnen des Bayerischen Dachshundklubs (BDK) beruhigen. Nichts von alledem ist zu befürchten. Mit dem betreffenden Rundschreiben soll nur darauf aufmerksam gemacht werden, dass es jetzt einen Gentest auf OI gibt. Die OI ist keine neue Krankheit sondern beim Menschen schon seit Ende des 17. Jahrhunderts bekannt. Wie fast alle Krankheiten der Humanmedizin gibt es sie auch im Tierreich, in unserem Fall beim Dackel. Dass diese Krankheit, die durch extreme Knochenbrüchigkeit, veränderte Zähne und Blauverfärbung der Skleren (Augenweiß) auffällt, so wenig bekannt ist, liegt einfach daran, dass sie sehr selten vorkommt und nicht mal allen Tierärzten bekannt ist. Im BDK ist mir persönlich bisher kein Fall dieser sehr seltenen Krankheit bekannt geworden. Die meisten dieser an OI erkrankten Welpen sterben bereits während oder kurz nach der Geburt auf Grund der mitunter zahlreichen Knochenbrüche. Es könnte sein, dass bei den 6,9 bis 8%  der gemeldeten toten Welpen, auch solche, die mit OI behaftet waren, verstorben sind, die allermeisten wohl eher an Geburtsschwierigkeiten, Narkosewirkung beim Kaiserschnitt, bakterielle und virale (Herpes) Infektionen oder angeborenen schweren Missbildungen. Mit Sicherheit ist die Zahl der an OI erkrankten Tiere verschwindend gering, sonst wäre diese Erkrankung schon längst ins Blickfeld der Tierärzte und Züchter/innen geraten.

 

Beim Menschen wird die OI dominant vererbt, beim Hund soll der Erbgang rezessiv sein. Trotzdem kann  beim Menschen der Fall auftreten, dass von völlig gesunden Eltern ein an OI erkranktes Kind geboren wird. Der Grund hierfür ist die „Spontanmutation“, also eine plötzlich auftretende also nicht erwartete Genveränderung.

 

Die theoretische Überlegung, die OI auszurotten, wenn nur noch mit anlagefreien Hunden gezüchtet wird, ist wissenschaftlich nicht haltbar.

Über die Fehlerquellen bei genetischen Untersuchungen hat Herr Prof. Tosso Leeb gerade erst im Augustheft 2010 von "Unser Rassehund", dem offiziellen Magazin des Vereins für das Deutsche Hundewesen (VDH), hingewiesen.

Mit Sicherheit werden wir in den nächsten Jahren noch etliche Gentests angeboten bekommen. Wenn wir dann jeweils sämtliche Anlagenträger für bestimmte Erkrankungen aus der Zucht nehmen würden, so hätten wir in kürzester Zeit keinen Genpool und somit keine Dackel mehr. Einen vom Erbgut her gesunden Hund züchten zu wollen, ist reine Utopie und auch nicht möglich.

 

Es sollte das angestrebte Ziel eines Züchters / einer Züchterin sein, dem Welpenerwerber / der Welpenerwerberin einen phänotypisch (äußerlich erkennbar) gesunden Hund zu übergeben. Ich verweise hier nachdrücklich auf den richtungsweisenden Artikel in DER DACHSHUND - Ausgabe April 2008 von Frau Dr. H. Eichelberg unter dem Titel "Gedanken zur zeitgemäßen Hundezucht"!

 

Abschließend möchte ich nochmals darauf hinweisen, dass es sich bei der  seltenen OI um ein reines Züchterproblem handelt, weil der erkrankte Welpe in aller Regel gar nicht bis zum Abgabetermin lebt.

 

Vielleicht konnte ich Ihnen, den Züchtern und Züchterinnen des BDK, einige Denkanstöße vermitteln, wie Sie mit dem angebotenen Gentest auf OI umgehen wollen bzw. Ihre Anstrengungen weiter darauf konzentrieren, Dackel zu züchten, die nicht von Krämpfen geschüttelt werden, die nicht wegen Bandscheibenschaden schlimmste Schmerzen erleiden, die nicht in der 2. Lebenshälfte wegen Herzfehler erbärmlich ersticken.

 

Ihr Landeszuchtwart des BDK

Dr. Karsten Schoeler

 

 

 

Chippen von Welpen der Dachshundrasse ab 01. April 2010 Pflicht!

 

Der Geschäftsführende Vorstand des Deutschen Teckelklubs hat beschlossen, ab 01. April 2010 die Chippflicht für Welpen im Deutschen Teckelklub einzuführen.

 

Zur aktuellen Situation:

 

In drei Bundesländern der Bundesrepublik Deutschland (Bayern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz) sowie in einem Bezirk in Berlin ist vom Gesetzgeber bereits ein Tätowierverbot erlassen worden. Hiervon sind sechs DTK-Landesverbände betroffen. Es ist damit zu rechnen, dass weitere Bundesländer folgen werden. Grundlage dieses Tätowierverbots ist § 5 des Tierschutzgesetzes, der das Tätowieren von Wirbeltieren bis zu einem Lebensalter von 2 Wochen gestattet, danach ist das Tätowieren nur unter Betäubung erlaubt.

 

Die Fürsorgepflicht gegenüber unseren Mitgliedern und diesbezüglich insbesondere gegenüber unseren Züchtern und Zuchtwarten haben den Geschäftsführenden Vorstand des DTK veranlasst, nicht erst wie ursprünglich geplant ab 2011 sondern zum frühest möglichen Zeitpunkt die Chippflicht einzuführen, um einerseits zu vermeiden, dass sich Züchter und Zuchtwarte im DTK aber auch der DTK und seine Landesverbände vor dem Gesetz verantworten müssen und um andererseits zu gewährleisten, dass in allen DTK-Landesverbänden eine einheitliche Vorgehensweise praktiziert wird.

 

Wer darf chippen?

 

Grundsätzlich darf jeder Tierarzt chippen. Chippen darf auch der Zuchtwart des Deutschen Teckelklubs, wenn er folgende unabdingbare Voraussetzung erfüllt:

 

  • Der Zuchtwart muss bereit sein, sich einer theoretischen und praktischen Schulung zu unterziehen. Danach wird er zum Identifikations-Beauftragten (ID-Beauftragten) des DTK ernannt. Er erhält hierüber eine Bescheinigung und darf chippen. Ein Zuchtwart, der nicht zum ID-Beauftragten ernannt ist, darf somit nicht chippen und ab 01.04.2010 auch nicht mehr tätowieren!

  • Der Züchter muss den Zuchtwart bzw. ID-Beauftragten vor der Welpenabnahme formulargebunden von der  Haftung freistellen und ihn somit von durch das Chippen wider Erwarten auftretenden Folgeschäden entbinden.

 

Schulung der Zuchtwarte des Bayerischen Dachshundklubs zum ID-Beauftragten

 

Die Zuchtwarte im Bayerischen Dachshundklub wurden am 14. März 2010 im Rahmen einer theoretischen und praktischen Unterweisung im Chippen von Dackeln geschult und sind somit als ID-Beauftragte des DTK zertifiziert.

 

Chips

 

Der Zuchtwart, der als ID-Beauftragter ernannt ist, kann die erforderlichen Chips bei dem für ihn zuständigen Hauptzuchtwart beziehen. Die Chips sind 3 Jahre verwendbar.

 

Lesegeräte

 

Jeder Zuchtwart, der als ID-Beauftragter ernannt ist, benötigt bei der Wurfabnahme ein Lesegerät und jeder Züchter ebenfalls, um bei der Welpenabgabe dem Welpenabnehmer absolut sicher den richtigen zur Ahnentafel und zum Impfausweis passenden Welpen übergeben zu können. Darüber hinaus sind Lesegeräte für Veranstaltungen verfügbar zu halten, bei denen Dackel identifiziert werden müssen. Dies ist regelmäßig bei Anlagen- und Leistungsprüfungen sowie Zuchtschauen und Ausstellungen der Fall. Es empfiehlt sich deshalb, sowohl dem/der in der Regel eingesetzten Prüfungsleiter/in und dem/der in der Regel eingesetzten Zuchtschauleiter/in ein Lesegerät zur Verfügung zu stellen.

 

 

 

Unser Bundes- und Landeszuchtwart, Dr. Karsten Schoeler, referiert zum Thema "Dackelzucht". Ziel dieses Referats ist, den Liebhabern von Dackeln den objektiven Eindruck zu vermitteln, dass unsere verantwortungsvollen Züchter und Züchterinnen aus „kontrollierter Zucht“ gesunde und  wesensfeste Dackel  hervorbringen.

 

"Beim Anblick eines Dackels denkt man einfach nicht daran, dass diese Rasse, wie alle anderen Hunde auch, vom Wolf abstammt.  Durch Domestikation  und Selektion, um Hunde für bestimmte Aufgaben und Zwecke zu züchten, haben sich die verschiedensten Rassen entwickelt. Im 16. Jahrhundert wurden bereits Tachs-Kriecher, Tachs-Schliefer, Tachswürger oder Lochhündchen eingesetzt. Diese Hunde waren schon damals langgestreckt, hatten kurze, krumme Beine und Ringelschwänze. Viele Gemeinsamkeiten mit unseren heutigen Dackeln bestanden eigentlich nicht. Anfang des 19. Jahrhunderts kristallisierten sich dann die Erdhunde heraus, von denen unsere heutigen Dackel abstammen.

 

1888 wurde der Deutscher Teckelklub (DTK) gegründet und schon ein Jahr später wurden die ersten Richtlinien für die Dackelzucht festgelegt, nach denen auch im Bayerischen Dachshundklub (BDK), der sich 1893 etablierte, gezüchtet wurde. Später wurden die Rassekennzeichen im FCI-Standard 148 D festgelegt, dem die Zuchthunde in ihrem Äußeren entsprechen sollen.

 

Neben den 3 Größen (Kaninchendackel, Zwergdackel, Standarddackel) werden 3 verschiedene Haararten unterschieden:

 

Der Kurzhaardackel ist die Ursprungsform der Dackelrasse. Er besitzt ein kurzes, dicht glänzendes, glatt anliegendes Haar, das nirgends unbehaarte Stellen zeigt.

 

 

Der Langhaardackel ist wohl der älteste Dackel, der aus dem schon 300 Jahre bekannten „Tachs-Schliefer“ durch Einkreuzung mit Wachtelhunden entstand. Das mit Unterwolle versehene, glänzende Haar liegt am Körper an, verlängert sich am Hals und an der Unterseite des Körpers, hängt am Behang über, zeigt an der Hinterseite der Läufe eine längere Behaarung und an der Rute die nach unten hängende Fahne.

 

 

Der Rauhhaardackel entstand aus einer Kreuzung von Kurzhaardackeln mit Dandie Dinmont Terriern. Außerdem erfolgten Einkreuzungen von anderen Terriern und wohl auch weiteren Rassen wie Schnauzer.  Neben den erwünschten jagdlichen Eigenschaften stellten sich bald auch sehr unerwünschte Fehler ein (kurzer Oberarm, Steilstellung von Vor- und Hinterhand, weiches Fell, etc.). Erst durch Rückkreuzungen mit den Kurzhaardackeln konnten die Probleme, mit den für einen Jagdhund ungünstigen Merkmalen, gelöst werden. Heute besitzt der Rauhhaardackel ein harsches, dichtes, am Körper anliegendes Haar und zeigt den typischen Bart und Augenbrauen.

 

 

Für die 3 Haararten und Größen fordert der FCI-Standard eine niedrige, kurzläufige, langgestreckte, aber kompakte Gestalt; sehr muskulös mit keck herausfordernder Haltung des Kopfes und einem aufmerksamen Gesichtausdruck. Zusätzlich wird eine  geschlechtstypische Gesamterscheinung und trotz der im Verhältnis zum langen Körper kurzen Gliedmaßen ein sehr beweglicher und flinker Hund erwartet.

 

Im Wesen sollen die Dackel ein freundliches, weder ängstliches noch aggressives, von ausgeglichenem Temperament geprägtes Verhalten zeigen. Es wird vorrangig Wert darauf gelegt, den Dackel als passionierten, ausdauernden, feinnasigen und flinken Jagdhund zu erhalten.

 

Die drei Säulen der Dackelzucht sind somit:
 

Der Phänotyp: Der Hund soll in seinem Aussehen dem Standard entsprechen. Auf Zuchtschauen und Ausstellungen werden hierfür Formwertnoten vergeben.
 

Das Wesen: Das Verhalten des Dackels wird auf Zuchtschauen vom Zuchtrichter beurteilt. Alternativ werden auch bestandene Begleithundeprüfungen und Jagdprüfungen anerkannt.
 

Die Gesundheit: Es darf nur mit gesunden Hunden und Hunden ohne zuchtausschließende Fehler gezüchtet werden. Zusätzlich besteht beim DTK noch die Pflicht, Zuchttiere bei speziellen Augenärzten auf erbliche Katarakt und PRA (fortschreitende Netzhaut-Atrophie) untersuchen zu lassen.

 

Im BDK stehen den Züchtern 21 Zuchtwarte zur Beratung zur Verfügung. Aufgabe der Zuchtwarte ist es auch, auf die Einhaltung der Zuchtbestimmungen zu achten und die ordnungsgemäße Hundehaltung zu kontrollieren sowie die Gesundheit der Hunde und aller Welpen zu beurteilen. Die Welpen müssen vor der Wurfabnahme durch den Zuchtwart  die Grundimmunisierung gegen Staupe, Hepatitis, Leptospirose und Parvovirose erhalten haben und mehrfach entwurmt worden sein. Außerdem werden die Welpen auf eventuelle Fehler oder gesundheitliche  Schäden (Parasiten, Erkrankungen) untersucht."